Mittwoch, 10. Oktober 2012

Ulla Eichendorff vs. Joseph Hahn




Das zerbrochene Ringlein


In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad,
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und gehn von Haus zu Haus.

Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blut'ge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.

Hör ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will -
Ich möcht am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still!

Dienstag, 9. Oktober 2012

Riesenspickzettel

... für Referate & sonst:

http://blog.zeit.de/schueler/ 

Außerdem: recht brauchbarer Newsletter der ZEIT extra für Schüler:

http://landingpage.zeit.gaertner.de/

Rilke - http://www.youtube.com/watch?v=ovkpcJtHvdI


Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Ballett die Zweite

A sort of ... Bolero 
Donnerstag, 25.10.2012 20:00 - 21:40 Uhr, Opernhaus : WIEDERAUFNAHME

Choreographien von Mats Ek und Johan Inger
Musik von Henryk Mikolaj Górecki, Maurice Ravel und Arvo Pärt

Aufführungsfotos © Bettina Stöß


• Choreographie: Mats Ek, Johan Inger
• Bühne und Kostüme: Maria Geber, Johan Inger
• Lichtdesign: Ellen Ruge, Erik Berglund

Karten

Eintrittspreise:
52.80 | 46.40 | 36.30 | 24.60 | 18.90 | 15.10 | 11.30 | 7.90 
(Preis D)


Zum Inhalt:
Erneut konnte Ballettdirektor Goyo Montero zwei der bedeutendsten Choreographen unserer Zeit gewinnen, ihre bereits erfolgreich aufgeführten Stücke mit der Compagnie des Staatstheater Nürnberg zu erarbeiten. „A sort of“ wurde vom enfant terrible der Ballettszene entworfen: Mats Ek. Der Schwede gilt seit seiner Neudeutung von „Giselle“ 1982 mit dem Cullberg Ballett als sich immer wieder neu erfindender Revolutionär des Tanzes. Das Stück zeigt kunstvoll verwobene Episoden von menschlichen Beziehungen; wir erleben Annäherungsversuche, das Spiel mit Identitäten und ihren Auflösungen. Im stürmischen Wechsel der Komposition Henryk Mikolaj Góreckis folgt auf Liebe Aggression, wird aus Zärtlichkeit Kampf. 
Der zweite Choreograph des Abends ist Johan Inger, der beim Nederlands Dans Theater vielfach ausgezeichnete Choreographien herausbrachte. „Walking Mad“ ist eine geradezu „verrückte“ getanzte Komödie, die zwischen reinem Tanz und verblüffend theatralem Effekt balanciert. Unermüdlich angetrieben vom eindrucksvollen Rhythmus des weltbekannten „Boléro“ von Maurice Ravel entfalten sich die oft bizarren Situationen. 



Termine:
 • Freitag, 09.11.2012 20:00 Uhr • 

Montag, 1. Oktober 2012

Meta-Musterlösung vs. Linz

Robot goes Görner





http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/Heinrich_fueger_1817_prometheus_brings_fire_to_mankind.jpg





Goethe/Epoche?

Prometheus


Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöh'n!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!



Grodek/Georg Trakl/ 1914

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder 
Von tödlichen Waffen, die goldenen Ebenen 
Und blauen Seen, darüber die Sonne 
Düster hinrollt; umfängt die Nacht 
Sterbende Krieger, die wilde Klage 
Ihrer zerbrochenen Münder. 

Doch Stille sammelt im Weidengrund 
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt 
Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle; 
 Alle Straßen münden in schwarze Verwesung. 

Unter goldenem Gezweig der Nacht und Sternen 
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain, 
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter; 
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes. 

O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre 
Die heiße Flamme der Geistes 
nährt heute ein gewaltiger Schmerz, 
Die ungeborenen Enkel.